Wissenschaftliche Zeitschrift · 52 (2003) 5-6
Fakultät Maschinenwesen
Faculty of Mechanical Engineering
Koppe, Klaus:
Professor Dr. Werner Altmann zum 80. Geburtstag
Celebrating the 80th birthday of Professor Dr. Werner Altmann
Am 12. Oktober begeht Professor Dr.-Ing. Werner Altmann seinen 80.Geburststag.

Werner Altmann (Foto: privat)
Der 1923 im sächsischen Hirschfelde Geborene war nach Besuch des Realgymnasiums in Zittau und einer Mechanikerlehre im Kraftwerk Hirschfelde sowie anschließendem Kriegsdienst zunächst in den Kraftwerken Hirschfelde und Böhlen als Versuchs- und Wärmetechniker beschäftigt, bevor er von 1950 bis 1955 das Studium in der Fachrichtung Maschinenbau an der damaligen Technischen Hochschule Dresden absolvierte. Im Anschluss an das Studium war er viele Jahre als Abteilungsleiter im Kraftwerk Trattendorf tätig.
Nach der Emeritierung von Professor Werner Boie (1901-1978), einem international anerkannten Fachmann der Wärme- und Kraftwerkstechnik, wird Werner Altmann 1967 zum ordentlichen Professor mit Lehrauftrag für Wärmetechnik und Wärmewirtschaft und Direktor des gleichnamigen Instituts an die TU Dresden berufen. Die kurz zuvor abgeschlossene Promotion zum Dr.-Ing. behandelte „Gesichtspunkte zur konstruktiven Gestaltung von Sichtern für Kohlemühlen mit verbesserter Trennwirkung“. Mit dieser wissenschaftlichen Arbeit kamen erstmals Strömungsmodelle zur Untersuchung innerer Vorgänge zum Einsatz, das Mahlsystem wurde als „Strömungsmaschine“ behandelt. Nach der so genannten III. Hochschulreform 1968, die u. a. zur Auflösung der Institute führte, leitete er bis zu seiner Emeritierung 1989 den Wissenschaftsbereich Kraftwerkstechnik.
Werner Altmann widmete sich in der Zeit als Hochschullehrer und Forscher unter anderem der mathematischen Modellierung der Wirkungsabläufe bei der Flammenausbildung und unternahm tiefgreifende Untersuchungen zur Aerodynamik und Wärmeübertragung in Feuerräumen. Rechenprogramme auf der Basis nichtlinearer Funktionen sowie unter Verwendung Neuronaler Netzwerke zur Charakterisierung von Brennstoffeigenschaften waren Beiträge zum wissenschaftlichen Fortschritt. Ein umfangreiches Programmsystem zur Prozessdiagnostik von Kraftwerken und Kraftwerkskomponenten zielte darauf ab, mit einfach handhabbaren Modellen dem Kraftwerksingenieur Werkzeuge zur Erkennung von Schwachstellen oder Ursachen von Effizienzeinbußen in die Hand zu geben. Der von ihm entwickelte Drallbrenner, bei dem Braunkohlenstaub- und Luftrohr koaxial angeordnet sind, ermöglicht die Verbrennung verschlackungsschwieriger Brennstoffe.
Die wissenschaftliche Arbeit des Jubilars spiegelt sich in einer großen Anzahl von Veröffentlichungen auf Fachkonferenzen und in Fachzeitschriften wider. Für das Fernstudium schrieb er zwei Lehrbriefreihen zur Thematik „Kraftwerke“ und „Industrielle Wärmeübertrager“.
Auf Initiative Werner Altmanns wurde 1969 das Kraftwerkstechnische Kolloquium ins Leben gerufen. Bis heute – im September fand das XXXV. Kolloquium statt – ist diese bedeutende internationale wissenschaftliche Veranstaltung in Dresden Treffpunkt zahlreicher Fachleute und führender Persönlichkeiten der Kraftwerkstechnik aus Wissenschaft und Industrie.
Hohe Wertschätzung erfuhr seine Sachlichkeit, Fachkompetenz und Kollegialität. Ehemalige Mitarbeiter, Doktoranten und Studenten wünschen dem Jubilar weiter frische Tatkraft und beste Gesundheit.
Klaus Koppe/ Institut für Energietechnik
Quelle: Wissenschaftliche Zeitschrift TU Dresden 52 (2003) 5-6, S. 180
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